laut.de-Kritik

Die Rondo Veneziano des Metal sind zurück.

Review von

Aha, dacht ichs mir doch, dass Meister Johnsson irgendwann wieder den Metal für sich entdecken würde. Ich fand die Verbindung von Metal mit den ganzen Chören und klassischen Elementen schon auf "Theli" damals sehr beeindruckend. Aber irgendwie hat mich danach nichts mehr aus den Socken gehauen. Vor allem, nachdem man sich von den fetten Gitarren immer mehr abwandte.

Dies haben Therion auf "Secret Of The Runes" glücklicherweise revidiert. Die Ausgewogenheit zwischen Stromgitarren, Drums und klassischen Arrangements ist für meinen Geschmack schon eher das, was ich mir vorstelle. Es dürfte also kein Problem sein, auch mit dem "Deggial"-Nachfolger wieder in die Charts einzusteigen.

Textlich hat sich Christofer dieses Mal an der nordischen Mythologie vergriffen und befasst sich mit Yggrasil, was so etwas wie ein Weltenbaum ist, bestehend aus insgesamt neuen Welten, die alle durch die einzelnen Songs dargestellt werden, inklusive Prolog und Epilog. Der Epilog und Titelsong erzählt Odins Erlernens der Bedeutung der Runen, als er sich neun Tage lang an diesem Baum erhängte (erinnert mich auch an jemand anderen, erst ein paar Tage an Holz rumhängen und dann wieder kommen...).

"Secret Of The Runes" ist, genau wie jedes Therion Album eigentlich kein Werk, das man sich so mal kurz nebenbei reinpfeift, sondern erfordert schon ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit und Geduld, bis es sich ganz erschließt. Vor allem die nach dem ersten Durchlauf nicht immer sofort erkennbare Gitarrenarbeit ist aber endlich wieder so wie man sie haben will.

Trackliste

  1. 1. Ginnungagap (Prologue)
  2. 2. Asgard
  3. 3. Midgard
  4. 4. Schwarzalbenheim
  5. 5. Jotunheim
  6. 6. Ljusalfheim
  7. 7. Vanaheim
  8. 8. Nifelheim
  9. 9. Muspelheim
  10. 10. Helheim
  11. 11. Secret Of The Runes (Epilogue)

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LAUT.DE-PORTRÄT Therion

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