Porträt

laut.de-Biographie

Job For A Cowboy

Der Name Job For A Cowboy ist eine Anspielung auf die Ranches außerhalb der Heimat der Musiker in Glendale, Arizona. Dort heben die gerade mal 15 Jahre alten Gitarristen Ravi Bhadriraju und Andrew Arcurio sowie der 16-jährige Shouter Jonny Davy ihre Band im Dezember 2003 aus der Taufe. Mit Bassist Brent Riggs und Drummer Andy Rysdam ist das Line-Up komplett.

Job For A Cowboy - Moon Healer
Job For A Cowboy Moon Healer
Tech-Death, so spektakulär und unberechenbar wie eine Lawine.
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Sogleich beginnen die Jungs, Material für eine erste Scheibe zu produzieren. Nebenher stürmen sie die Bühnen in ihrer Nähe. Schon bald haben sie den Ruf weg, bei ihren Live-Performances für lockere Kinnladen zu sorgen, und werden in ganz Arizona zu einem Namen, den man kennen muss. Bei Gigs mit The Dillinger Escape Plan und As I Lay Dying erweitert sich die Fanbase der Musiker.

Doch hauptsächlich liegt es wohl am Web 2.0: Im Dezember 2005 bringen Job For A Cowboy ihre selbst finanzierte EP namens "Doom" raus. Die sechs Tracks sollen das Beste und Heftigste sein, das sie aufzunehmen fähig sind. Die veröffentlichen sie sogleich auf MySpace und Co., die Bekanntheit wächst. Es spricht sich im Netz herum, dass die Jungs was drauf haben, und bald entsteht ein regelrechter Hype.

Zu dieser Zeit gehören allerdings auch einige Line-Up-Wechsel, an deren Ende nur noch Davy und Bhadriraju vom Original übrig sind. Bobby Thompson schwingt die zweite Klampfe, Brent Riggs zupft den Bass und Jon Rice verdrischt die Felle. Für den Sommer organisieren sich JFAC selbst einige Konzerte außerhalb ihrer Heimat, unter anderem an der Westküste und im Zuge der 'Sounds Of The Underground'-Tour. Da wird sie unter all den anderen großen Nummern sogar jene Band mit den meisten Merch-Verkäufen.

Aufgrund des überaus guten Rufs und der Internet-Base schwappt der Erfolg der Band schließlich auf Europa über. Im Jahr 2006 gehen sie mit Cattle Decapitation und Misery Index auf die Steers And Beers-Tour, darüber hinaus sind sie eine der Featured Acts des Saints And Sinners-Festivals, in Zuge dessen sie u.a. mit Killswitch Engage auftreten.

Klar, dass ein Major Deal nicht lange auf sich warten lässt. Den unterzeichnen sie 2006 mit Metal Blade und machen sich gleich an ihr Full-Length-Debüt. Das Album "Genesis" produzieren sie mit Cory Spotts als Produzenten, Andy Sneap (Opeth, Entombed, Megadeth) verleiht dem Teil den finalen Mix. Darauf bewegen sie sich weg vom Stil des EP-Debüts. Zwar ist die Spieldauer mit gerade mal um die 30 Minuten nicht gerade lang, doch sie gehen brutal und mit ausgeklügeltem Songwriting ans Werk.

Bevor die Scheibe im Mai 2007 das Licht der Welt erblickt, sind Job For A Cowboy schon wieder in Kanada unterwegs, spielen Gigs mit Unearth in Europa und erwarten die US-Tour mit Psyopus, Darkest Hour und Cannibal Corpse. Für Sommer 2007 sind sie für das Sounds Of The Underground-Festival eingeplant.

Letztendlich packt auch Ravi seine Gitarre ein und überlässt es Jonny, die Band weiterzuführen. Der neue Gitarrist hört auf den Namen Al Glassman und beteiligt sich direkt an den Arbeit zum zweiten Album "Ruination". Dieses erscheint Anfang Juli und eröffnet somit gleich mal den nächsten Tourmarathon.

Die Fahnenflucht nimmt im Jahr 2011 kein Ende. Basser Brent Riggs und Gitarrist Bobby Thompson verlassen die Band im selben Jahr. Ersatz ist schnell gefunden. Die erste Veröffentlichung mit den Neuankömmlingen Tony Sannicandro an der Gitarre und Nick Schendzielos am Bass heißt "Gloom". Die vier Songs dauern gerade mal 15 Minuten, untermauern jedoch die Stellung des Quintetts in der Szene kräftig.

Nachdem sich die neue Formation warm spielte, folgt im April 2012 der dritte Lonplayer "Demonocracy". Hinter diesem teuflischen Namen verbergen sich neun brachiale Nackenbrecher, die einen hohen Wiedererkennungswert besitzen und das Gesamtwerk eingängig macht. Die Platte betouren Job For A Cowboy unter anderem gemeinsam mit Cannibal Corpse und Between The Buried And Me.

Als es gilt, Album Nummer vier in Angriff zu nehmen, quittiert Schlagzeuger Jon Rice 2013 den Dienst. Er sucht bei der texanischen Rockband Scorpion Child sein Glück. Für die Aufnahmen springt Danny Walker hinters Drumkit, ihm bleibt aber der Status als Sessionmusiker vorbehalten. Als Gastgrowler gibt sich Corpsegrinder von Cannibal Corpse auf einem Track die Ehre.

Als die neue Platte "Sun Eater" im November 2014 wiederum bei Metal Blade erscheint – immerhin an dieser Front herrscht Beständigkeit -, ist unklar, wie es um die Zukunft der Band steht. Das Echo auf das neue Material fällt aber überwiegend positiv aus. JFAC haben ihren stilistischen Horizont erweitert, weshalb "Sun Eater" einiges progressiver und abwechslungsreicher geworden ist.

Alle Stricke sind dann doch nicht zerrissen zwischen der Band und Ex-Drummer Rice, und so rauft man sich für einen letzten gemeinsamen Gig zusammen. Im April 2016 haben Fans im kanadischen Vancouver die erste Chance, ein paar der "Sun Eater"-Tracks live abzufeiern. Es sollte die letzte für eine lange Zeit bleiben.

Denn die Cowboy-Saga scheint mit Vollendung des vierten Albums völlig überraschend auserzählt. Zwar heisst es immer wieder einmal, das Comeback stehe bevor, sogar neue Songs in der Mache, doch als Sänger Jonny Davy und das Gitarristen-Duo Alan Glassman und Tony Sannicandro 2019 eine neue Band namens Serpent Of Gnosis gründen, hält kaum noch jemand den Atem an. Bei besagtem neuen Projekt mischen Bassist Max Lavelle (The Black Dahlia Murder) und Schlagzeuger Darren Cresca (u.a. Deeds of Flesh, Vile) mit.

Job For A Cowboy melden sich erst 2022 zurück - mit der nicht unwesentlichen Ankündigung, man arbeite an einem neuen Album. Als Sessiondrummer ist Navene Koperweis mit an Bord, der auch bei Machine Head die Sticks schwingt. Als Produzent fungiert einmal mehr Jason Suecof.

"Wir sind alle auseinandergedriftet", erklärt Jonny Davy später die Funkstille. Er habe mehr Zeit für die Familie gebraucht, auch andere Musikprojekte und Karriereplanung außerhalb der Band hätten die Prioritäten verschoben. Ihm zufolge legt die Band die ersten Grundzüge am neuen Album schon 2018, doch weil es keine Deadline gab, nimmt man sich besonders viel Zeit, an den Kompositionen zu feilen. Denn am vielschichtigeren Stil von "Sun Eater" (2014) finden die Amis Gefallen. Dass dann auch noch die Corona-Pandemie dazwischenkommt, hilft auch nicht wirklich.

Das Comeback manifestiert sich endgültig, als die Band im September 2023 an einem Festival in Virginia auf die Bühne zurückkehrt. Es ist der erste Gig seit sieben Jahren. Das neue Album erscheint im Februar 2024 unter dem Namen "Moon Healer" und soll sowohl thematisch als auch musikalisch an den Vorgänger anknüpfen. Drummer Koperweis bleibt vorerst an Bord. All das zeigt zweierlei: Job For A Cowboy sind zurückgekommen, um zu bleiben. Und: Nicht nur Totgesagte, auch Todesmetaller leben länger.

Alben

Job For A Cowboy - Moon Healer: Album-Cover
  • Leserwertung: 3 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2024 Moon Healer

Kritik von Gil Bieler

Tech-Death, so spektakulär und unberechenbar wie eine Lawine. (0 Kommentare)

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