laut.de-Biographie
Nevada Tan
Nevada Tan? Die Sonnenbräune von Nevada? Sollten wir das Kapitel der seltsamen Bandnamen etwa um eine Kuriosität erweitern? Mitnichten, denn Nevada Tan bezieht sich nicht auf eine etwaige Pigmentierung des Bodys in der Sonne des kalifornischen Nachbarstaates im Westen der USA. Vorstellbar wäre es zwar schon, denn im Wüstenklima des Staates hat schon so mancher seinen Aufenthalt in der prallen Sonne mit krebsroten Hinterlassenschaften bezahlt, aber es ist alles ganz anders.
Bei Nevada Tan handelt es sich um einen Mordfall an einer Grundschule in Sasebo, Nakasaki. Am 1. Juni 2004 schlitzt ein elfjähriges Mädchen ihrer Schulkameradin Satomi Mitarai mit einem Teppichmesser die Kehle und Arme auf. Die kindliche Mörderin lauert dem Mädchen in einem leeren Klassenzimmer auf, begeht die Tat und kehrt vollkommen blutverschmiert in ihre eigene Klasse zurück.
Der Name Nevada Tan rührt von der Gerichtsverhandlung her, bei der die Mörderin einen Sweater mit der Aufschrift 'Nevada' trägt. Das Tan ist im japanischen eine ehrerbietende Anrede eines Kindes. In der Folge entsteht um das bizarre Drama und Mädchen A, wie sie aus datenschutzrechtlichen Gründen genannt wird, ein regelrechter Kult. Blutige Manga-Comics mit Stilisierungen der Mörderin samt Teppichmesser sind noch das harmloseste, was es im Netz zu diesem Thema zu bestaunen gibt.
Ausgerechnet von diesem unappetitlichen Vorfall leitet eine deutsche Band ihren Namen ab. Da erweist es sich geradezu als Glücksfall, dass die Band sich bereits nach dem ersten Album "Niemand Hört Dich" mit ihrem eigenen Produzenten überwirft, dem die Rechte an dem seltsamen Namen gehören. In der Folge machen die Neumünsteraner als Panik weiter.
Nach einem, ebenfalls "Panik" betitelten Album ist jedoch schon wieder SChluss: Im November 2009 gibt die Band via Statement auf ihrer Homepage ihre Auflösung bekannt. Als Gründe für diesen Entschluss führen die Jungs veränderte Konsumentengewohnheiten sowie die Gepflogenheiten im erbarmungslosen Musikgeschäft ins Feld, mit denen man sich nicht arrangieren wolle.
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