Platz 9: "Ummagumma", 1969
Quo vadis, Pink Floyd? Das fragten sich David Gilmour, Nick Mason, Roger Waters und Richard Wright auch, als sie 1968 – bereits vor "More" – die Köpfe zusammensteckten, um ein neues Album zu konzipieren. Die kompositorische Leichtfüßigkeit der kommenden Jahre hatten sie noch nicht gefunden, statt einer gemeinsamen Sprache schlug Wright Einzelexperimente vor, eine halbe LP-Seite für jedes Bandmitglied. Ein Experiment, das nach Aussage der Mitglieder nicht gründlicher hätte fehlschlagen können (Roger: "Ein Desaster!"). Und das, wo doch "Grantchester Meadows" als Waters-typische, idyllisch-pittoreske Folkballade klar die Sternstunde dieses Experiments ist.
Was "Ummagumma" einen Platz im Mittelfeld dieser Liste verschafft, sind jedoch nicht die schwer erträglichen Percussion-Experimente im finalen Mason-Viertel, sondern vielmehr die erste Hälfte des als Doppelalbums konzipierten Werks. Denn diese spiegelt – wenn auch gekürzt – den wirklichen Live-Wahnsinn wieder, der damals über gefühlt jede Venue in Europa und den USA hereinbrach. Mit zu Longtracks umgebauten Stücken der ersten beiden Alben und dem nur in seiner rohen Live-Energie greifbaren "Careful With That Axe, Eugene" steht "Ummagumma" Pate für die ausufernden Viererkonzerte von 1968 bis 1972, deren kosmische Welten man auf keinem anderen Live- geschweige denn Studioalbum zu hören kriegt.
Einen kurzen Ausflug in die Welt essenzieller Floyd-Bootlegs gibts auf Seite 16.
Anspieltipps:
LP 1
Hätte nicht sein müssen:
LP 2 (okay, zumindest nicht "The Grand Vizier's Garden Party")
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