Mit Werner Frankfurt und André Miegel nimmt der Rapper die Redakteure ins Visier.

Monaco (dol) - Kolja Goldstein verteidigt sich weiter. Nachdem er vergangene Woche in einem Interview den Rechercheergebnissen der Zeit widersprochen hat, fand er nun die Muße, eine juristische Einordnung nachzureichen. In Monaco setzt er sich dafür mit Werner Frankfurt, dem Mann mit "Street Knowledge" und "Legendenstatus", und André Miegel für die rechtliche Expertise zusammen. "Es geht ja gar nicht darum, hier zu beweisen, dass der Kolja kriminell ist oder wie kriminell er ist. Darum geht es ja hier gar nicht in diesem Video", erklärt die beisitzende Rotlichtgröße, während der Rapper breit grinst.

Doch wenn es nicht darum geht, die eigene Glaubwürdigkeit zu verteidigen, worum geht es dann? Man könnte zum Beispiel die Motivation der beiden Zeit-Redakteure in Zweifel ziehen. Paul Schwenn und Markus Sehl haben schlicht ein Interview gewollt, was ihnen der Rapper verwehrt habe. "Da sind zwei Reporter, die haben da was recherchiert und haben ihn zu einem Interview aufgefordert. Und er hat sich halt geweigert", erklärt Werner Frankfurt seine Sicht der Abläufe, "Und aufgrund dessen haben die dann was veröffentlicht und ihn als Lügner hingestellt."

Trotz seiner kategorischen Absage, so Goldstein, hätten die Journalisten seinen Manager über ein Jahr lang malträtiert. "Dann wurde ich irgendwann mal angerufen. Dann wurde mir einfach gesagt: 'Entweder du machst es mit uns oder wir machen es über dich und dann wird's nicht so gut aussehen'", skizziert er Schwenn und Sehl als zwielichtige Charaktere. Er habe großzügig abgewunken. Sie können schreiben, was sie wollen. Dass die Zeit-Redakteure im Grunde nur sorgfältig gearbeitet haben, indem sie ihm vorab die Chance geben wollten, sich zu äußern, unterschlägt der Rapper.

"Ich hab' nie gesagt, dass ich für den Fall verurteilt worden bin"

Nur auf wenige Aspekte der Recherche geht Kolja Goldstein im Video ein. Hätte es sich etwa, wie in der Zeit behauptet, wirklich nur um eine kleine Menge Betäubungsmittel gehandelt, hätte er nicht eineinhalb Jahre in Münchener Untersuchungshaft gesessen. "Ich hab' ja auch nie gesagt, dass ich für den Fall verurteilt worden bin", schränkt er ein. Und das sei laut Miegel der entscheidende Punkt. Strafverfahren seien zwar öffentlich, aber selbstverständlich dürfe die Staatsanwaltschaft nur Akten rausgeben, die auch vor Gericht gelandet seien.

Werner Frankfurt kann mit seinen Erfahrungen aus dem Vollen schöpfen. Wenn Journalisten sich ansähen, weswegen er vor Gericht gestanden habe, dann würde nie 'Geiselnahme' oder 'fahrlässige Tötung' auftauchen. "Das wurde alles ermittelt. Das stand auch in den Akten alles drin. Aber was in den Ermittlungsakten drinsteht, ist erstmal völlig uninteressant, weil entscheidend ist immer, was in der Anklageschrift drinsteht." Wer eine Auskunft einhole, bekomme diese lediglich darüber, wozu er verurteilt worden sei. "Aber was mir irgendwann mal angeheftet worden ist, das taucht ja nie auf."

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5 Kommentare mit 12 Antworten

  • Vor 3 Monaten

    Jämmerliche Witzfigur.

    • Vor 3 Monaten

      Seit dem die "Zeit" den Essay von Ikke Hüftgold monetarisiert hat, ist dieses Blatt für mich endgültig gestorben. Was nützt Investigativ-Journalismus, wenn die breite, verarmte Bevölkerung daran nicht teilhaben kann? Ganz klar Team Kolja - oder wer immer das auch ist.

    • Vor 3 Monaten

      Was ist an dem Essay von diesem Herrn Hüftgold inhaltlich auszusetzen? Für mich war das eine sehr ehrliche Beschreibung seines Broterwerbs. Dass die Produkte allesamt scheisse sind, steht gar nicht zu Diskussion. Die Zielgruppe scheint allerdings außerordentlich groß zu sein, was ich für das eigentlich bemerkenswerte halte. Warum gehen die Kassierer nie auf die 1?

  • Vor 3 Monaten

    Liebes Team von laut.de, wäre es im Rahmen des Möglichen die Berichterstattung über diesen langweiligen Rapper-Typen und die genauso unspannende Fragestellung wie "real" sein hirntoter Quark ist, einzustellen? Seit einem halben Jahr kriegen wir fast wöchentlich die hiphop-bravo Nachrichten über diesen Sack und die Auseinandersetzung damit ob er nun ein ekliger Mensch ist, weil er Geld verdient mit widerlichsten zwielichtigen Geschäften. Oder ob er ein ekliger Mensch ist, weil er eben diese nur erfunden hat.

    So oder so betreibt ihr Werbung für eine Art Mensch, die ich nicht kennen will.

    Danke im vorraus.

  • Vor 3 Monaten

    Wer ist das und warum berichtet ihr darüber?

  • Vor 3 Monaten

    @laut.de:
    Falls es primär existenziell bedeutsame, finanzielle Gründe sind, die euch dazu bewegen, die große Menge an Gossip und Boulevard mit beizumischen, um die Menge an Usern hoch zu halten...dann kann man da vielleicht nichts machen, fände ich echt mal interessant zu wissen... vielleicht wären gar nicht so wenige Leute prinzipiell bereit, bisschen was zu zahlen pro Monat, wenn das dafür aufhört (?)
    Vielleicht gibt es ja auch Alternativen, die man nicht kenne... aber irgendwie finde ich euch ja auch gut... und ich kenne euch auch schon so lange...und da will man ja vielleicht jetzt nicht direkt Schluss machen... bezahlte Liebe als Alternative?

    • Vor 3 Monaten

      Gegen eine Spende in Höhe von 100$ an Let's Encrypt programmiere ich dir (und allen anderen Interessierten) einen Kolja-Goldstein-Blocker, der in Verbindungbmit Greasemonkey/FireMonkey/UserScripts/... funktioniert, also nur mit Browsern, für die es eines dieser Plugins gibt. Damit werden dann alle Artikel zum Thema Kolja Goldstein mit Miaus überschrieben und alle Bilder mit gemeinfreien Katzenfotos.

    • Vor 3 Monaten

      "bezahlte Liebe als Alternative?"

      Gute Idee. Dann könnte man auch Yannik und Co. dafür bezahlen, das Schreiben besser sein zu lassen. Bin dabei.

    • Vor 3 Monaten

      Ich finde das Problem mit der Qualität der Autoren hat hiermit nichts zu tun und in der Debatte nix zu suchen. Da geht es ja schon (auch) um persönliche Vorlieben.

      Aber ich bin da voll bei Yukon und hätte zumindest gerne Mal einen Kommentar dazu von einer Zuständigen. Wenn das Argument "wir brauchen das Geld" oder "die clicks" ist, in Ordnung. Kann ich mit leben. Wenn das nicht das Argument ist wäre es ein weiterer Grund die eigene Nutzung der Seite weiter zu reduzieren.

      Und ich würde für mehr Qualität sofort zahlen. Laut.de einzige Seite bei der mein add blocker ausgeschalten ist.

  • Vor 3 Monaten

    Jeder der einen Artikel über diesen Wixxer schreibt sollte sich ehrlich Fragen ob er nicht eine Medienhure ist die für Geld alles schreibt? Ich würde mich weigern was über den zu verfassen, aber die Laut-Crew scheint keine Ehre zu haben bzw keine Eier um Vorgaben einfach mal nicht zu erfüllen. Der Chef ( Springer Verlag) will Klicks und die werden generiert, koste es was es wolle.

    • Vor 3 Monaten

      Bussy: "Fick dich Chef. Meine Ehre ist mir wichtiger als deine Arbeitsanweisung"

      Bussys Chef:"Wow Bussy, weil du solche Eier hast werde ich das dulden. Mach was du für richtig hältst. Deinen Lohn bekommst du natürlich trotzdem."

    • Vor 3 Monaten

      Bussy: "Fick dich Chef. Meine Ehre ist mir wichtiger als deine Arbeitsanweisung"

      Bussys Chef: ''Fick dich Bussy! Entweder machst du was ich dir auftrage oder du wirst gekündigt''

      Bussy: ''Alles klar, dann such ich mir nen neuen Job.Been there , did that, will do it again''

      Muss aber an der Stelle zugeben ich weiß nicht wie es auf dem Arbeitsmarkt in Bezug auf Jornalisten:innen aussieht, im sozialen Bereich gibts n krassen Personalmangel und man findet easy von heute auf gestern nen neuen Job =)

    • Vor 3 Monaten

      Das eher dich! Finde es aber ein wenig hart den Schreiberling als Eier- und ehrenlose Hure zu bezeichnen. Das Argument "viele Klicks = viel Geld daher schreiben die viel über diesen Kolja" stimmt vielleicht. Viele Klicks bedeuten aber auch, dass ein grosses Interesse besteht und ist somit ein Service am Leser/Kunden wenn man dann wieder darüber berichtet. Laut.de ist ja kein Fanzine bei dem die Redakteure nur das wiedergeben was sie selber interessiert.

    • Vor 3 Monaten

      Koopsta befindet sich auf der richtigen Spur. Kolja Goldstein gehört zu den liebsten Themen der laut-Leserschaft. Es mag in die Kategorie unterhaltsamer Blödsinn fallen, aber weshalb es ehrenrührig sein soll, erschließt sich mir nicht.