In der sechsten Show drehte sich alles um die Frontfrau der finnischen Symphonic-Metal-Band.

Südafrika (leb) - Die "Sing meinen Song"-Einschaltquoten müssten diese Woche gefühlt so hoch wie noch nie sein, schließlich steht Twitter-Liebling Floor Jansen im Mittelpunkt. Und tatsächlich: Etwas mehr als eine halbe Million und zehn Prozent der Hauptzielgruppe der 14- bis 49-Jährigen schalteten gestern Abend ein, die bisher beste Quote der laufenden Staffel. Der Metal, er lebe hoch!

Nachdem zuletzt Lotte Floor zufolge einem "warmen Bad" gleichkam, wird es Zeit für umso wärmere Worte. Der Begriff 'Star' scheint diesmal alles andere als übertrieben, schließlich sitzt mit der "Metal-Queen" ein "Weltstar auf der Couch". Während Floor für Dag "ein Rolemodel für ganz viele Frauen" darstellt, bezeichnet Elif sie als "bescheiden". Außerdem: "Sie ist hier die beste Sängerin und singt uns immer gegen die Wand". "Floor ist einfach Badass", findet Kelvin Jones.

Die Frontfrau von Nightwish befindet: "I'm not a girly girl". Da passt es ins Bild, dass sie natürlich in einer Metalband singt (Klischee eins). Und die kommt natürlich, Klischee zwei, aus Finnland. Wobei Floor selbst aus den Niederlanden stammt und mittlerweile in Schweden lebt. Nach der holländischen Ausgabe, Floor hatte 2019 bei "Beste Zangers" sogar gewonnen, nun die deutsche in Südafrika. Dort war sie zuvor zwar noch nie, dafür aber auf Tour in etwa 40 anderen Ländern, wie sie zu Johannes sagt. Wo Floor denn ihr bisheriges musikalisches Highlight erlebt hat? "Das war in Deutschland, Wacken Open Air". Kein Wunder, vor 80.000 Menschen spielen selbst Weltstars nicht alle Tage.

Lotte Eilish und Clueso Cobain

Lotte startet mit "Noise", einem Song über den Lärm im Internet, der den Zeitgeist trifft. Die Singer/Songwriterin verwandelt den Track in eine moderne, elektronische Version, die an "Bad Guy" erinnert. Wait - da macht es plötzlich Sinn, dass Johannes Oerding Lotte als "Billie Eilish vom Bodensee" bezeichnet. Auch wenn ihre Interpretation etwas ungewohnt klingt, passt der gespenstische Sound und die gewollt verruchte Stimme der Ravensburgerin. Elif kommentiert: "Lotte, du bist für mich eine Überraschungstorte". Die ebenso überraschte Floor bezeichnet die Version als "Popsong".

Stichwort Pop, da kommt Clüsn ins Spiel, der diesmal seine rockige Seite entdeckt. Für seine Version entschuldigt er sich aber gleich mal: "Ich habe 'Sleeping Sun' gehört und direkt angefangen zu schreiben. Es tut mir leid, dass es mit der Melodie vom Original nicht mehr so viel zu tun hat". Recht hat er, die Interpretation (ohne Schuhe, Socken und kurzzeitig mit freiem Oberkörper) klingt nach einem Crossover aus Pop, Rock und jeder Menge Undefinierbarem. Floor findet: "Du bist Rocker", Dag hingegen: "Du bist voll der Grunge-Typ, Alter. Clueso Cobain, Kurt Clueso, ich weiß nicht".

"Storytime" handelt vom Träumen. Perfekt für Kelvin Jones: "Ich bin immer ein Kind vom Träumen", und erzählt eine Kindheits-Anekdote, die ihn mit dem Song connectet. Kelvins Message: "Träumen sollte ein Grundrecht sein". Seine von amerikanischen Bluesmusikern wie B.B. King inspirierte Version klingt auch genau so. Gospelgesang zu Beginn, Gitarren und eine eindringliche Rap-Predigt verleihen dem Song ein neues, cooles Gewand. "That was from the Heart", erkennt die Nightwish-Frontfrau. "Du bist meine zeitlose Legende", findet eine SDP-Hälfte. Verspricht "Fire" von Elif dann lodernde Flammen? Nicht so sehr wie das Solostück von Floor im Original, doch Gefühl kommt dennoch rüber. Floors Fazit: "Wow" und "Ich weiß, es ist nicht einfach zu singen".

Zwischendrin erfahren die Zuschauer*innen noch, wie Floor zu Nightwish stieß. Die Band existiert seit 1997, 2012 bekam sie einen Anruf vom Management, die sie für eine laufende Tour in den USA anfragten, mit der aktuellen Sängerin hatte man sich überworfen. Sie sagte zu, packte, flog und lernte innerhalb von 48 Stunden die Texte für den ersten Auftritt. Ein Jahr später war sie offiziell Sängerin von Nightwish. Ihre Anfänge im Metal machte Floor Jansen mit After Forever. Videos von 2002 zeigen, wie stark sie bereits mit 21 Jahren bei Stimme war. Wie sie zum Metal kam? In der Kindheit sei sie gemobbt worden, weil sie "etwas anders" gewesen sei. "Das Genre war ein Ventil", stellt die Niederländerin fest.

Tmesisternus floorjanseni und Johannes Oerdinger

Der Host der Show wählt dann treffsicher einen Herzschmerzsong, der von Floors weiterem Projekt Nortward stammt und kündigt eine völlig neue Version an. Er verwandelt "While Love Died" in eine ruhige Klavierballade, die Floor zu Tränen rührt: "Wenn du dein und mein Gefühl transportierst, das ist so kraftvoll", bedankt sie sich bei "Oerdinger".

Was geht zur Auflockerung immer? Richtig, ein Quiz. Oerding: "Was wurde nach Floor Jansen benannt? A: eine Tulpenart, B: eine Stadt in Finnland oder C: ein Insekt". Einer vierten Antwortmöglichkeit D: für Dance-Floor später, löst der Host auf: "Es gibt eine Käferart, die heißt Tmesisternus floorjanseni". Floor erklärt noch, wie es dazu kam: "Wir haben einen großen Nightwish-Fan. Er ist Biologe, hat eine neue Käfersorte gefunden in Neuguinea und hatte noch keinen Namen". Nichts geht über Fanliebe - und den Song des Abends.

Diesen kriegen diesmal SDP ab. Das Duo singt mit "Amaranth" den bekanntesten Track von Nightwish. Für sie sei dieser eine "Herzensangelegenheit", da er eine Verbindung zu ihrem Song "Unikat" herstelle. Auch wenn es unmöglich scheint an das Original ranzukommen, zeigt das Duo vollen Einsatz inklusive Samplemaschine. Das ändert nichts daran, dass ihre deutsche Version nach einem eigenwilligen Mix aus Mittelalter-Fock und Rock-Schlager klingt. Floor gefällt die Interpretation und kürt diesen "wegen den Zufällen" bezüglich "Unikat" zum Song des Abends. Die Protea möchte Dag "für immer behalten", für Bro Vince geht das klar.

"I feel loved"

Floors Fazit: "Ein großes Geschenk" und "I feel loved". Darauf mal keinen Group-hug, dafür Cheers. Cheers auch auf einige gute Neu-Interpretationen und auf all die dazugewonnenen Metalfans. "Du bist eine ganz große Inspiration für uns", schmeichelt "Oerdinger" noch zum Schluss. Der Sänger, der mit der neuen Endung seines Namens nun an mindestens zwei bekannte Biermarken erinnert, bekommt nächste Woche seine eigenen Songs vorgeführt.

Und Twitter-Deutschland? Dort hat man mit Dag einen weiteren (neuen?) Staffel-Liebling gefunden, man kritisiert Clueso für seine Performance und auch dafür, dass er nur auf Deutsch singt. Da bietet Vox gleich mal etwas Deutsch-Nachhilfe an.

Fotos

After Forever, Clueso und Nightwish

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