laut.de-Kritik

Zum Feuerwerk fehlt der ein oder andere Knaller.

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Nach "Them XX" und fünfjähriger Pause haben die Backyard Babies wieder zusammengefunden. In der Zwischenzeit blieben die Herren natürlich nicht untätig. Vor allem die beiden Frontmänner Nicke Borg und Dregen haben etliche hervorragende Alben veröffentlicht oder, wie bei Michael Monroes Soloband, maßgeblich daran mitgearbeitet.

Nun ist es aber an der Zeit, den passenden Nachfolger für die saustarke selbstbetitelte Scheibe von 2008 zu veröffentlichen. Erstaunlich, dass die Jungs nicht auf Nummer sicher gegangen sind und einfach ein paar Partynummern plus ein oder zwei Balladen veröffentlicht haben. "Four By Four" benötigt ein paar Anläufe, ehe die Platte zündet, und zum richtigen Feuerwerk fehlt leider doch der ein oder andere Knaller.

Okay, mit dem Opener, der Single "Th1rt3en Or Nothing", kann man eigentlich nichts falsch machen. Die Nummer pirscht sich leise von hinten an, springt einem ins Genick und drängt einen direkt hinein ins Geschehen. "I'm On My Way To Save Your Rock'n'Roll" schiebt sich gleich locker-flockig hinterher. Schon gibt es scheinbar kein Entrinnen mehr aus der Party.

Aber so recht kommt diese dann doch nicht in Schwung. Vielleicht fällt die Produktion eine Spur zu trocken aus. Vielleicht fährt "White Light District" aber auch nur mit angezogener Handbremse durch die Gegend. Zumindest "Piracy" und "Wasted Years" haben einen coolen Drive und lassen ordentlich Stimmung aufkommen.

Allerdings haben das pop-punkige "Never Finish Anything" und auch das balladeske "Mirrors (Shall Be Broken)" das Problem, dass sie ein bisschen wie der Soundtrack zu einer x-beliebigen US-Teenie-Highschool-Klamotte klingen. Immerhin verzichtet das leicht kitschige "Bloody Tears" zumindest auf Streicher, auch wenn ein Klavier durch den Hintergrund klimpert.

Die mit Abstand sperrigste, aber auch eine hochinteressante Nummer findet sich mit "Walls" am Ende des Albums. Während der eigentliche Song im Walzerschritt daher schunkelt, geht er im fast Score-artigen Outro in einen Viervierteltakt über. Interessant, wie gesagt, aber nicht wirklich das, was man von den Backyard Babies erwartet. Da wäre mehr drin gewesen.

Trackliste

  1. 1. Th1rt3en Or Nothing
  2. 2. I'm On My Way To Save Your Rock'n'Roll
  3. 3. White Light District
  4. 4. Bloody Tears
  5. 5. Piracy
  6. 6. Never Finish Anythi
  7. 7. Mirrors (Shall Be Broken)
  8. 8. Wasted Years
  9. 9. Walls

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