laut.de-Kritik

Bad Taste-Party im Metalschuppen.

Review von

Ein gutes halbes Jahr nach "Rehab" schlagen Eskimo Callboy wieder zu, "MMXX" feiert den Einstand des neuen Sängers Nico Sallach, hauptsächlich demonstriert die EP aber die nervtötende Penetranz der Trancecore-Truppe: Drei neue und drei alte Songs - eine wirklich bessere Hälfte findet sich nicht.

Der Opener "Hypa Hypa" referiert auf Scooter, weil Scooter, kennste, diese ganz witzige Musik, auf die trotzdem alle stehen. Pünktlich zehn Jahre zu spät kommt der Song mit einem - festhalten - 80er-Video ums Eck. Die sechs Jungs aus Castrop-Rauxel fahren sogar ironisch Vokuhila auf, das hat sich wirklich noch keiner getraut. Klar, Eskimo Callboy nehmen sich nicht ernst. Als Comedygruppe machen sie ihren Job jedoch leider nicht besser.

"Monsieur Moustache" und "Dramaqueen" erschienen bereits vor zehn Jahren auf der ersten EP "Eskimo Callboy". Die neuen Versionen sind nur leicht angepasst und klingen dementsprechend wie damals: Wahllos zusammengewürfelte Elemente aus Core, Eurodance, Trance und Metal, von flirrenden Effekten übertüncht.

Zwischendrin finden sich zwei weitere neue Songs, "Hate/Love" bedient sich recht eindeutig bei The Offsprings "Can't Get My Head Around You", die Nu-Metal-Elemente klingen dabei wenig innovativ. "MC Thunder II (Dancing Like A Ninja)" setzt dagegen "MC Thunder" von "The Scene" (2017) fort: Bei den eingängigen Synths kommt tatsächlich so etwas wie Stimmung auf, der Breakdown knüppelt sich dann gewohnt stumpf in die Gehörgänge.

Den Abschluss bildet "Prism" vom letzten Album "Rehab". Dem langsamen Stück zieht die Band auf "MMXX" nun vollends den Stecker. Genau dieser Song soll Kallach den Platz als Sänger beschert haben. Der trifft auch die Töne, die Akustikversion bleibt trotzdem blass. Und statt großer Gefühle überwiegt die Erleichterung, es bald durch diese zufällige Zusammenstellung von Songs geschafft zu haben.

Ob es schlau war, auf der EP Tracks aus den Anfangstagen mitzunehmen? Denn sofort fällt auf, dass sich Eskimo Callboy über die Jahre nicht weiterentwickelt haben. Wer auf den ach so lustigen Crossover von Techno und Metal abfährt, wird nicht enttäuscht, musikalisch ist hier aber absolut nichts zu holen.

Trackliste

  1. 1. Hypa Hypa
  2. 2. Hate/Love
  3. 3. MC Thunder II (Dancing Like A Ninja)
  4. 4. Monsieur Moustache
  5. 5. Dramaqueen
  6. 6. Prism feat. Tobias Rauscher

Videos

Video Video wird geladen ...

Weiterlesen

LAUT.DE-PORTRÄT Eskimo Callboy

Castrop-Rauxel lebt: Zwischen Seniorenheim und Zechenschacht sorgen sechs Outsider alias Eskimo Callboy für reichlich Aufruhr im Herzen des Westens.

9 Kommentare mit 12 Antworten

  • Vor 8 Monaten

    Dieser Kommentar wurde vor 8 Monaten durch den Autor entfernt.

  • Vor 8 Monaten

    Man kann ja von der Musik halten was man möchte... aber der liebe Frieder Haag, der dieses Review geschrieben hat, war dafür leider vollkommen ungeeignet.

    "...überwiegt die Erleichterung, es bald durch diese zufällige Zusammenstellung von Songs geschafft zu haben."

    "Ob es schlau war, auf der EP Tracks aus den Anfangstagen mitzunehmen? Denn sofort fällt auf, dass sich Eskimo Callboy über die Jahre nicht weiterentwickelt haben."

    Sorry Frieder, aber du hast überhaupt nicht verstanden worum es Eskimo Callboy mit dieser EP ging! Die Zusammenstellung der Songs ist ganz und gar nicht zufällig, sondern bewusst genau so gewählt worden. Auch die neu aufgenommenen Tracks aus den Anfangstagen wurden sehr bewusst mit rein gepackt. Schließlich gibt es einen neuen Sänger und auf diese Art und Weise soll den Fans der Band nicht nur gezeigt werden wie das neue Material klingt sondern auch die Gewissheit vermittelt werden, dass die alten Sachen mit dem neuen Mann am Mikrofon ebenfalls funktionieren. Also nix Zufall, sondern absolut sinnvoll! Eine Weiterentwicklung ist dabei ebenfalls sehr eindeutig zu erkennen.

    Nächstes Mal bitte jemanden das Review schreiben lassen, der halbwegs im Thema ist... Danke!