Joe Zawinul starb heute früh in einem Wiener Krankenhaus. Mitte August war der Jazzpianist wegen einer Krebserkrankung ins Spital eingeliefert worden.

Wien (al) - Joe Zawinul ist tot. Der wegweisende österreichische Jazzpianist starb heute im Alter von 75 Jahren in einem Wiener Krankenhaus. Der "Erfinder des Hip Hop-Beats", wie er sich einmal selbst im laut.de-Interview betitelte, wurde Anfang August mit einer "ernsthaften Erkrankung" ins Wilhelminenspital eingeliefert. Die bereits von der Presse vermutete Krebserkrankung gab sein Management heute als Todesursache an. Im Juli hatte Zawinul noch Geburtstag gefeiert.

Der legendäre Jazzer überlebte seine Frau Maxine nur um wenige Wochen. In den 1960ern veröffentlichte der Keyboarder, der drei Söhne hinterlässt, gemeinsam mit Miles Davis sechs Alben, darunter auch das legendäre "Bitches Brew". Ab 1970 spielte Zawinul mit Wayne Shorter für 15 Jahre bei Weather Report und komponierte in dieser Zeit den mit Grammys ausgezeichneten Klassiker "Birdland". 1987 gründete er die Band Zawinul Syndicate und eröffnete 2004 in Wien seinen eigenen Club: Joe Zawinuls Birdland.

Für den Hip Hop hatte der Altmeister im laut.de-Interview anno 2003 aber wenig übrig. "Wenn man sich Rap-Musik von heute anhört, also bitte! Da ist ja nix. Keine Poetry. Das sind ja Kinderreime. Blödsinn. Das ist ja peinlich. So stellen sich die Schwarzen dar, so werden sie dargestellt und wahrgenommen in der Welt. Peinlich", so Zawinul, der seit den 50er Jahren in der Soul- und Jazz-Szene aktiv war und Stile wie Electric-Jazz und Jazz-Rock mit auf den Weg brachte.

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Joe Zawinul

Joe Zawinul,  | © laut.de (Fotograf: Kai Kopp) Joe Zawinul,  | © laut.de (Fotograf: Kai Kopp) Joe Zawinul,  | © laut.de (Fotograf: Kai Kopp) Joe Zawinul,  | © laut.de (Fotograf: Kai Kopp) Joe Zawinul,  | © laut.de (Fotograf: Kai Kopp) Joe Zawinul,  | © laut.de (Fotograf: Kai Kopp) Joe Zawinul,  | © laut.de (Fotograf: Kai Kopp) Joe Zawinul,  | © laut.de (Fotograf: Kai Kopp)

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