Porträt

laut.de-Biographie

Sampa The Great

Ein jazzig-souliger Sound, gepaart mit intelligent-kämpferischen Texten: Dafür steht Sampa The Great. Bevor sich Sampa Tembo allerdings zur vielleicht wichtigsten Stimme im australischen Rap aufschwingt, hat die Musikerin bereits eine halbe Weltreise hinter sich.

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Geboren 1993 in Sambia, wächst sie im Nachbarland Botswana auf. Mit achtzehn Jahren zieht es Sampa an die Universität nach Kalifornien. Das erste Mal außerhalb des afrikanischen Kontinents beschreibt sie als eine prägende Zeit, allerdings bei weitem nicht nur im positiven Sinn. Insbesondere der grassierende Rassismus in der Kleinstadt Glendale lässt sie einen frühzeitigen Schlussstrich unter das Kapitel Amerika ziehen.

Eigentlich will Sampa zurück nach Botswana, lässt sich stattdessen aber überreden, zusammen mit ihrer Schwester in das ihr bis dahin völlig unbekannte Australien zu ziehen. Dort schließt sie nicht nur ihr Studium als Tontechnikerin erfolgreich ab, sondern wendet sich auch verstärkt der Musik zu.

Für Hip Hop fängt sie zwar unmittelbar Feuer, als ihr ein Cousin Tupac Shakurs Song "Changes" vorspielt. Sie beginnt bereits zu Schulzeiten, Texte zu verfassen (den ersten, nach eigenen Angaben, aus Langeweile, als ihre Eltern einmal vergessen, sie von der Schule abzuholen). Doch erst in der australischen Diaspora findet Sampa The Great ihre Stimme. Ihr hoher Anspruch zeigt sich dabei schon in der Auffassung der Musikrichtung: Für Sampa ist Hip Hop "Lyrik, die über Beats gesprochen wird".

2015 erscheint ihr erstes Mixtape. Vor den Eltern in Botswana hält sie ihre ersten Schritte als Künstlerin allerdings lieber geheim und behauptet, es handle sich lediglich um ein Uni-Projekt. Insbesondere in der schwarzen Community in Australien erfährt das Tape allerdings größere Beachtung und drängt Sampa in eine Rolle, die ihr überhaupt nicht behagt. "Ich fühlte plötzlich diese Last auf meinen Schultern, die schwarze Repräsentantin dieses Ortes zu sein, den ich doch erst kennenlernte. Und dieser Druck war enorm."

Auch wenn es der Künstlername nicht vermuten lässt, schlägt sich die Musikerin in ihrer Anfangszeit mit großen Selbstzweifeln herum, sie gibt sogar an, in den ersten Jahren in Australien unter dem Hochstaplersyndrom zu leiden. Die "große Sampa" behauptet sie also gar nicht zu sein, vielmehr bedeutet der Name für sie ein hehres Ziel, das sie sich zu Beginn ihrer Karriere steckt. "Die Rolle als professionelle Künstlerin verschlang mich, also habe ich den Titel an das Ende meines Namens gesetzt. Als etwas, nachdem es sich zu streben lohnt: die größte Version von mir selbst."

Mit der immer noch vorhandenen Ablehnung als schwarze Frau und dem Zurechtfinden in ihrer neuen Heimat in Australien setzt sich Sampa auf ihrem zweiten Mixtape "Birds And The Bee9" auseinander, mit dem sie auch über die Grenzen des Kontinents bekannt wird. In der Folge eröffnet Sampa Konzerte für Kendrick Lamar, Noname oder Joey Bada$$ und arbeitet mit Denzel Curry zusammen. 2017 gewinnt sie für das Mixtape den Australian Music Prize.

2019 folgt ihr Debütalbum "The Return", auf dem sich Sampa mit Fragen der Identität und Heimat auseinandersetzt und auf dem sich neben eher westlich geprägtem Oldschool-Hip Hop und Soul auch afrikanische Rhythmen und Textpassagen finden. Die Aufmerksamkeit ist noch einmal deutlich größer als beim "Birds And The Bee9"-Mixtape, und auch ihre Eltern hat Sampa mittlerweile soweit überzeugt, dass diese sogar in einem Musikvideo mitspielen.

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