laut.de-Kritik

Untot und unsterblich: Das Horror-Synth-Genre kehrt zurück.

Review von

44 Jahre nachdem der berüchtigte Serienkiller Michael Myers mit seiner bizarren kalkweißen Todesmaske von Captain Kirk unter der Regie von John Carpenter für Angst und Schrecken sorgte, kommt mit "Halloween Ends" nun der mittlerweile 13. Film der Horrorfilmreihe in die Kinos. Das mit dem Ende des personifizierten Bösen sollte man genauso wenig glauben, wie dem 'Ende gut, alles gut' im Märchen, und so werden wir bestimmt noch unzähligen Variationen dieser untoten und unsterblichen Figur erleben – genauso wie der Soundtrack dazu nun (und immer) wieder von Carpenter und mittlerweile auch Sohn Cody in immer neuen düsteren Schattierungen erklingen wird.

Die instrumentalen synthgetragenen Stücke auf "Halloween Ends" dröhnen dunkel voller drohender Unheilsverkündung und finden einen musikalischen Bogen zum ersten "Halloween"-Film, zu dem natürlich auch John Carpenter mit seinem ikonischen Theme im gänsehauttreibenden 5/4-Takt die Musik schrieb. Auch dieser Titeltrack finden hier nun seine neueste Bearbeitung, ansonsten sind die Stücke dominiert von einer geisterhaften und elegischen Stimmung. "Laurie's Theme Ends" ist dann eine Mischung aus "Laurie's Theme" aus dem Originalfilm und dem von 2018 – eine von zwei Noten getragene karge Symphonie des Unbehagens und der Vorahnung.

Die zumeist mit pechschwarzen Harmonien und pianobetupften Melodien arrangierten Songs werden unterbrochen von ein paar eisigen Synthwave-Stücken, die zu neuen Coldwave-Acts wie The Soft Moon, Drab Majesty oder Boy Harsher passen – diese haben mit dem Zusatztrack "Burn It Down" übrigens ein überarbeitetes Demo zu dem Film beigesteuert, das einen modernen Kommentar zu der bittersüßen Liebesgeschichte darin darstellt. Synthpop-Pioniere wie New Order klingen ebenfalls im Soundtrack nach, so ist "Corey's Requiem" ein Nachhall zu Coreys Begräbnishymne "Elegia".

Zu Grabe tragen wird man das erfolgreiche Halloween-Franchise-Unternehmen wohl nie, und wenn das Horror-Synth-Genre wie bei "Halloween Ends" weiterhin derart dramatisch, düster und direkt zu uns dröhnt, bringe man uns mehr Popcorn – denn Carpenters "Halloween"-Oeuvre ist visuell und musikalisch schon längst so tief im popkulturellen Erbe verankert wie Halloween selbst.

Trackliste

  1. 1. Where Is Jeremy?
  2. 2. Halloween Ends (Main Title)
  3. 3. Laurie's Theme Ends
  4. 4. The Cave
  5. 5. Cool Kid
  6. 6. Drags To The Cave
  7. 7. Evil Eyes
  8. 8. Transformation
  9. 9. Because Of You
  10. 10. Requiem For Jeremy
  11. 11. Kill The Cop
  12. 12. Corey And Michael
  13. 13. Corey's Requiem
  14. 14. The Junk Yard
  15. 15. Where Are You?
  16. 16. Bye Bye Corey
  17. 17. The Fight
  18. 18. Before Her Eyes
  19. 19. The Procession
  20. 20. Cherry Blossoms
  21. 21. Halloween Ends

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