Porträt

laut.de-Biographie

Mudvayne

1996 formen vier durchgeknallte Typen aus Peoria, Illinois, aufgrund akuter Langeweile Mudvayne. Man gibt sich die Künstlernamen Kud (Chad Gray, Gesang), Gurrg (Greg Tribbett, Gitarre), und sPaG (Matt McDonough, Drums). Ryknow (Ryan Martinie) übernimmt zwei Jahre später den Job des festen Bassisten von Shawn Barclay. Schon vor den Kollegen von Slipknot legen sich Mudvayne ein bizarres Äußeres zu - mit Schminke und allem Drum und Dran.

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2002: Euro-Einführung und MP3-Tauschbörsen-Hype. Nebenbei wurden Songs veröffentlicht, die heute Kultstatus besitzen.
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Musikalisch schlagen sie in die Nu Metal-Kerbe. Oder wie es Epic in der deutschen Werbekampagne bezeichnet: "Korn meets Slipknot", was bei den Mudvayne-Musikern Verärgerung auslöst. Zu Recht, denn mit ihrem hervorragendem Bassisten und einem guten Sänger beweisen sie genügend Eigenständigkeit, um selbst Akzente zu setzen.

1997 bringen Mudvayne in Eigenregie ihr erstes Album "Kill, I Oughta" ans Tageslicht. Allerdings steht es nur in Läden in der Region in und um Peoria oder wird nach Livekonzerten verhökert. Heute gelten Exemplare des Erstlings als vergriffen.

1999 nimmt das Epic die Crew unter Vertrag, 2000 folgt Major-Debüt "L.D. 50". Die Scheibe entwickelt sich nicht zum kommerziellen Riesenerfolg, wie ihn Slipknot einfährt, fährt aber immerhin Gold ein. Tatsächlich klingt "L.D. 50" unterm Strich sehr ausgereift.

Mudvayne gewinnen wenig später den MTV2 Video Music Award. Während ihrer Dankesrede tragen sie blutbespritzte weiße Smokings mit auffälligen blutigen Einschusslöchern auf der Stirn. Im November 2001 erscheint das Debüt in neuer Verpackung und mit überarbeitetem Sound unter dem Namen "The Beginning Of All Things To End". Zusätzliche Remixes und Tracks machen die Neuauflage auch für Einsteiger interessant. 2002 folgt eine Live-DVD.

Für "The End Of All Things To Come" zeichnet im selben Jahr Tool-Produzent David Bottrell verantwortlich: Mudvayne schwingen zu nach wie vor den Knüppel, ohne das melodiöse Element zu vernachlässigen. "Er holte das Beste aus uns heraus", befindet sPaG. Dass Bottrell dereinst auch eine der Inspirationsquellen produziert hat, die Progrocker King Crimson, schafft zusätzliches Vertrauen.

Mudvayne - Mudvayne
Mudvayne Mudvayne
Das Chaos gehört der Vergangenheit an.
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Genügend Stoff für die Musikpresse, dennoch legen die vier Jungs mit neuen Spitznamen nach. Man feiert die Entdeckung des Umlauts: Aus sPaG wird Spüg, aus Gurrg Güüg, Kud Chüd, und Ryknow kommt jetzt nur noch auf R-üD-Zuruf zum Essen rein. Im Sommer 2004 geht es gemeinsam mit Metallica, den Deftones und anderen auf die Summer Sanitarium-Tournee durch die USA.

Im Frühjahr 2005 steht dann endlich der Release des Longplayers "Lost And Found" an. Produziert von John Fortman (Evanescence) ist es "definitv unser persönlichstes Album bisher", sagt Chüd, der nun wieder Chad heißt. "Letzten Endes geht es darum, in den Spiegel zu schauen und damit zufrieden zu sein, wer du bist". Auch ungeschminkt.

Passenderweise verzichtet der Vierer von nun an auf Make-Up. Zerstörerische Riffs, hämmernde Rhythmen und markerschütternde Schreie zeigen allerdings, dass längst nicht alles eitel Sonnenschein ist, nur weil Mudvayne nach unzähligen Tourneen an Prominenz gewonnen haben.

Der Rest des Jahres steht ganz im Zeichen der Liveaktivitäten, doch Mitte 2006 basteln Chad und Greg gemeinsam mit den beiden ehemaligen Nothingface-Muckern Tom Maxwell (Gitarre) und Jerry Montano (Bass), sowie dem ehemaligen Pantera- und Damageplan-Drummer Vinnie Paul Abbott an einem neuen Projekt namens Hellyeah. Da es sich nicht nur um eine Studiosache handelt, schließt sich an die Veröffentlichung auch manche Tour an.

Fürs Mudvayne-Songwriting bleibt dennoch genügend Zeit. Bei " The New Game" legen Chad und Co. eine Kriminalgeschichte zugrunde, die man als Fan durch Hinweise auf CD und Homepage lösen kann. Nach eigenen Aussagen der soll das nächste Album "End Game" bereits sechs Monate später folgen. Daraus wird aber nichts, obwohl die Songs bereits im Sommer 2008 weitgehend aufgenommen sind.

Die Tracks erscheinen erst im Dezember 2009 als selbstbetiteltes Album. Während sich Mudvayne musikalisch von der starken Seite zeigen, glänzt das Coverartwork durch eine besondere Beschaffenheit, die sich erst unter Schwarzlicht wirklich offenbart. Idee und Vorlage stammen vom weltberühmten Tattoo-Künstler Paul Booth.

Für die Fans wohl eher unerwartet, wird das fünfte Studioalbum auch die letzte Platte bleiben, zumindest vorerst: Faktisch liegen Mudvayne seit 2010 auf Eis. Der letzte Livegig datiert auf 2009. Gray und Tribbett engagieren sich verstärkt bei Hellyeah, auch McDonough und Martinie widmen sich anderen musikalischen Aktivitäten. Letzterer springt etwa 2012 bei Korn live ein.

Relativ überraschend kommt so im April 2021 die Nachricht der Live-Reunion: Mudvayne spielen zwischen September und November vier US-Festivals. Zuvor sollen die Bandmitglieder zehn Jahre lang nicht mehr gemeinsam in einem Raum zusammengekommen sein. Martinie hatte die Reunion gleichwohl 2019 in einem Interview erstmals angedeutet.

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Mudvayne - Mudvayne: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2009 Mudvayne

Kritik von Michael Edele

Das Chaos gehört der Vergangenheit an. (0 Kommentare)

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Live 2003 Vier durchgeknallte Typen aus Illinois zerlegen, pardon rocken Köln.

Vier durchgeknallte Typen aus Illinois zerlegen, pardon rocken Köln., Live 2003 | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Vier durchgeknallte Typen aus Illinois zerlegen, pardon rocken Köln., Live 2003 | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Vier durchgeknallte Typen aus Illinois zerlegen, pardon rocken Köln., Live 2003 | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Vier durchgeknallte Typen aus Illinois zerlegen, pardon rocken Köln., Live 2003 | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele)

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    They are back.

    https://m.facebook.com/mudvayne/

1 Kommentar mit einer Antwort

  • Vor 3 Jahren

    Reunion wurde gestern von der Band bestätigt, laut zB Loudwire. Es geht erstmal auf ein paar Festivals. Von einem neuen Album war leider nichts zu lesen.

    • Vor 3 Jahren

      Die werden (hoffentlich) bandintern erst mal noch paar Sesseions darüber grübeln, was L.D.50 so viel besser gemacht hat als alles, was danach noch von ihnen kam.

      "Soften The Glare" sei hier noch als Tipp für alle hinterlassen für alle, die sich fragen, was der Basser wohl tun würde, wenn konzeptuell gar niemand mehr Genre-Vorgaben macht in einem Projekt.
      https://www.youtube.com/watch?v=fonDsCqxxT0