Kraftvoll, leidenschaftlich, unantastbar: Die Musikwelt, Präsidenten und die Nasa trauern um Tina Turner. Diese Songs sind ihr Vermächtnis.

Küsnacht (laut) - Die Nachricht ging am Mittwochabend von Küsnacht bei Zürich rund um die Welt: Tina Turner lebt nicht mehr. Die 83-Jährige war nach langer Krankheit gestorben. Der Legendenstatus der Soul-, Pop- und Rocksängerin, die sich 2009 ins Privatleben zurückgezogen hatte, lässt sich nicht nur an den zahlreichen Nachrufen ablesen: Unzählige Promis fluteten mit Beileidsbekundungen und Erinnerungen das Netz.

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Selbst die NASA setzte einen Tweet ab, das Weiße Haus huldigte der "Ikone". Kein Wunder. Viele der Wortmeldungen beziehen sich nicht nur auf Tina Turners Musikkarriere, sondern erinnern auch an Anna Mae Bullocks bewegtes Leben, die als Kind noch auf einer Plantage in ihrem US-Heimatstaat Tennessee Baumwolle pflückte: "Sie überwand Widrigkeiten und sogar Missbrauch", so US-Präsident Joe Biden. "Sie sprach und sang ihre Wahrheit in Freude und Schmerz, Triumph und Tragödie", ergänzte Barack Obama. Die Sängerin gilt als eine der prominenten Wegbereiterinnen der Empowerment-Bewegung.

Doch vor allem Kolleg:innen und Wegbegleiter:innen aus der Musik- und Entertainment-Welt melden sich in den Sozialen Medien zu Wort. Beyoncé schrieb u.a. auf ihrer Website: "Ich bin so dankbar für deine Inspiration und all die Wege, die du mir geebnet hast. Du bist der Inbegriff von Kraft und Leidenschaft. Wir hatten alle das Glück, deine Güte und deinen wunderbaren Geist erleben zu dürfen, der für immer bleiben wird."

"Sie war unantastbar"

"Ich bin so traurig über den Tod meiner wunderbaren Freundin Tina Turner. Sie war wirklich eine unglaublich begabte Künstlerin und Sängerin. Sie war inspirierend, warmherzig, lustig und großzügig. Sie half mir enorm, als ich jung war. Ich werde sie nie vergessen", twitterte Rolling Stone Mick Jagger. "Eine absolute Legende auf Platte und auf der Bühne. Sie war unantastbar"", betonte Elton John auf Instagram.

Die Zahl der Wortmeldungen ist unüberschaubar, Musiker:innen aus unterschiedlichsten Genres reagierten auf Turners Tod: Dolly Parton, Diana Ross, Ringo Starr, David Coverdale (Whitesnake), Living Colour, Todd La Torre (Queensrÿche), Ron Wood, Bryan Adams, Geezer Butler (Black Sabbath), Billy Corgan (Smashing Pumpkins), Joe Bonamassa, Shinedown, Brian Wilson, Mariah Carey, Ghost, Questlove (The Roots), Janelle Monae, Ciara, Rod Stewart, Sheila E., Garbage, Grandmaster Flash, Debbie Harry, Diane Warren, Kim Gordon (Sonic Youth), Nicki Minaj, Hayley Williams (Paramore), Karen O, Kim Wilde, Pet Shop Boys oder Sleaford Mods und wie sie alle heißen - trauern, betonen Turners Bedeutung für die Popmusik oder berichten von dem Einfluss, den diese auf ihren eigenen Weg als Künstler:in nahm.

Tina Turner: Zwei Musikkarrieren

Musikalisch erlebte Tina Turner zwei Karrieren. Phil Spector entdeckte sie in den Sechzigern als Soul und Rhythm'n'Blues-Duo mit ihrem später gewälttätigen Ex-Ehemann Ike Turner, von dem sie sich 1976 trennte. Der Pop der Achtziger machte die Sängerin dann 1984 mit dem Album "Private Dancer" zum Weltstar. Später verewigte sich die 12-fache Grammygewinnerin, die gerade in Deutschland besonders beliebt war, auch in einem James Bond-Film, "Golden Eye" von 1995.

Im selben Jahr war sie mit ihrem zweiten Ehemann, dem deutschen Musikmanager Erwin Bach, in die Schweiz übergesiedelt. 2013 gab die Sängerin ihren US-Pass auf und wurde Schweizer Staatsbürgerin. Vor ihrer Villa in Küsnacht legten Fans noch am Mittwochabend Kerzen und Blumen nieder.

Heute Abend strahlt ARTE ihr zu Ehren um 21:45 Uhr die Doku "Tina Turner – One Of The Living" von 2019 aus, anschließend das Tina Turner-Konzert "Live in Rio" von 1987 (22:40 Uhr). Auf arte.tv lassen sich beide schon jetzt abrufen.

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7 Kommentare, davon 6 auf Unterseiten

  • Vor 4 Monaten

    Einzigartige Stimme und eine Wucht, die ihresgleichen suchte. Sie hat ihre Rente verdient gehabt und ich hätte ihr noch etwas mehr Zeit gewünscht. Eine echte Inspiration für alle sogenannten Powerfrauen. Das war eine echte Naturgewalt.