laut.de-Kritik

Why not?

Review von

Fest steht: Die Kilians haben es mit den Frauen nicht leicht. Sonst würde nicht fast jedes Lied von einer unglücklichen Beziehung zum weiblichen Geschlecht, Bettgeschichten und Gefühlschaos handeln. Diese allseits bekannten Problemchen verwandeln sie auf "Lines You Should Not Cross" aber sehr schön in gängige Texte, die leicht verständlich und nachvollziehbar sind.

"Kill The Kilians" hieß das Debütalbum der Kilians, die damals 2007 noch alle fünf recht grün hinter den Ohren waren. Das tat ihrem Erfolg jedoch keinen Abbruch, denn sie klangen zwar erstaunlich reif und vor allem rotzfrech - und hatten damit Erfolg.

Fünf Jahre und zwei Alben später klingen sie nicht mehr nur erfahren, sondern sind es auch. Zum einen brachten sie unzählige Menschen zum Schwitzen, denn darin sind die Kilians unschlagbar. Zum anderen fand jeder von ihnen ein Stück zu sich selbst: Sänger Simon den Hartog bewegte sich als Solo-Künstler durch Deutschland, während die anderen vier größtenteils noch mal den Hörsaal aufsuchten. Jetzt wurde das Erlebte wieder in neue Songs gepackt, erstmals beim Label Grand Hotel Van Cleef. Einiges aus ihren früheren Bandjahren haben sie mitgenommen, manches leider hinter sich gelassen.

Hört sich zuerst alles noch etwas ähnlich an, findet man später dann doch den ein oder anderen Hit. Die Ballade "For You" sticht definitiv aus den dreizehn Tracks hervor: Simons Stimme, unterlegt mit Handclaps und Piano, machen aus dem Song eine Hymne für alle glücklich Verliebten. Keine Ballade, aber auch etwas sachter geht es bei "Felony" zu. "This Is How Life Should Be / Making Peace Without Felonies / And This Is What Life Should Be Like / Making Peace With The Felonies Tonight". Besonders die lyrische Gestaltung erreicht hier einen Höhepunkt.

Das war's dann aber auch schon mit den ruhigen Klängen auf dem Album. Den Rest bestreiten laute (Bass-)Gitarren, Drumms und die gewohnt kratzige Stimme des Sängers, die einfach immer wieder an Julian Casablancas von den Strokes erinnert. Zu Beginn von "Dirty Love" fühlt man sich in den Kooks-Song "See The Sun" versetzt, bis der Song eine Wendung in die tragische Richtung nimmt. In "Coconut" muss man schmunzeln bei den Zeilen "I Am A Coconut, I Am A Coconut / What You Say Is Way To Mean" und bekommt diese vorerst nicht aus den Ohren.

Alles andere ist Indie-Rock, wie er im Buche steht. Die Band bleibt also weiterhin auf ihrem Weg, überschreitet dabei aber keine Grenzen. Was fehlt, ist das Rebellische und Freche aus den Anfängen, das damals so begeisterte. Ihre Musik macht weiterhin Spaß, doch vermisst man ein wenig die Songs, die etwas aus der Reihe tanzen. "Lines You Should Not Cross" - es scheint, als hätten sie sich den Albumtitel sehr zu Herzen genommen.

Trackliste

  1. 1. Start Again
  2. 2. Dirty Love
  3. 3. Do It Again
  4. 4. Not Today
  5. 5. In It For The Show
  6. 6. Felony
  7. 7. Never Go To Work Again
  8. 8. Coconut
  9. 9. Places
  10. 10. You See The Devil
  11. 11. Walk Behind
  12. 12. Just Like You
  13. 13. For You

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